Vorgeschichte

Charles de Gaulle und Konrad Adenauer 1961 im Profil. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010324-0002 / Steiner, Egon / CC-BY-SA
Charles de Gaulle und Konrad Adenauer 1961. Foto: Bundesarchiv, B 145 Bild-F010324-0002 / Steiner, Egon / CC-BY-SA

Zustande kamen der Élysée-Vertrag und die darin beschriebene Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich keine 18 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nur dank jahrelanger Vorarbeit.

Dem Abkommen gingen eine Reihe wichtiger Annährungsschritte zwischen den beiden Nachbarländern voraus, wie der Schuman-Plan des französischen Außenministers von 1950, der in die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahr 1951 mündete sowie der Saarvertrag (Vertrag von Luxemburg), der 1956 zu einer einvernehmlichen Lösung über den Verbleib des Saarlandes in der Bundesrepublik führte.

Die Aussöhnung zwischen den beiden Ländern konnte nur dank außergewöhnlicher Persönlichkeiten auf beiden Seiten gelingen, die diesen Weg konsequent vorantrieben: Auf der deutschen Seite Bundeskanzler Konrad Adenauer, ein erklärter Feind des Nationalsozialismus und auf der französischen Seite Präsident Charles de Gaulle, der an der Befreiung Frankreichs von den Nationalsozialisten entscheidend beteiligt war. Der Élysée-Vertrag entsprang dem gemeinsamen Willen dieser beiden Staatsmänner zur deutsch-französischen Aussöhnung und Freundschaft.
LpB: Lebenslauf Charles de Gaulle 

Im Vorfeld der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags hatten die beiden Männer der jeweils anderen Rheinseite einen offiziellen Besuch abgestattet, in der Absicht, die Menschen für ihr Anliegen zu gewinnen und ein neues Verständnis für einander aufzubauen. Bundeskanzler Adenauer besuchte während seiner Frankreich-Reise vom 2. bis 8. Juli 1962 mehrere geschichtsträchtige Städte.  Bei seinem Gegenbesuch vom 4. bis 9. September macht Staatspräsident Charles de Gaulle eine Rundreise durch Deutschland, zu deren Abschluss er seine Rede an die deutsche Jugend in Ludwigsburg hielt.



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