Inhalt des Vertrags

Élysée-Vertrag
Élysée-Vertrag

Im Élysée-Vertrag sind die Hauptziele der deutsch-französischen Zusammenarbeit und die institutionellen Regeln für deren Umsetzung festgelegt. Ursprünglich war das Dokument vom 22. Januar 1963 nicht als Vertrag geplant gewesen, sondern sollte lediglich eine einfache schriftliche Auflistung der Bereiche sein, in denen die beiden Länder zukünftig zusammenarbeiten wollten. Deshalb handelt es sich in erster Linie um ein Rahmendokument, das in vielen Punkten auf spätere Vereinbarungen verweist. Die gemeinsame Erklärung, die gleichzeitig unterzeichnet wurde, sollte dem Vertrag zusätzlich einen politischen Ton geben.



Der Vertrag enthält drei Kernvereinbarungen:

  1. Festgelegt wurde ein verbindlicher Konsultationsmechanismus, der auf höchster Ebene zwischen Präsident und Kanzler wie auch auf der Ebene der Minister und leitenden Ministerialbeamten gilt und der Zusammenarbeit einen Automatismus verleihen soll. Vereinbart wurde, dass die Staats- und Regierungschefs sich mindestens zweimal jährlich treffen, die Außenminister mindestens alle drei Monate, Direktoren anderer Ministerien monatlich.

  2. Außerdem verpflichtet der Vertrag die Regierungen beider Länder dazu, sich in allen wichtigen Fragen der Außen-, Europa- und Verteidigungspolitik abzusprechen und wenn möglich zu einer gemeinsamen Haltung zu gelangen.

  3. Weiter wurde beschlossen, sich gemeinsam den Erziehungs- und Jugendfragen zu widmen, um so eine Brücke für die Zukunft zwischen beiden Ländern zu schlagen. Ein konkretes Ergebnis dieses Beschlusses war die Schaffung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) im Juli 1963. Das Jugendwerk ermöglicht seitdem jedes Jahr Treffen zwischen Jugendlichen beider Völker. Seit seiner Gründung habe das DFJW rund acht Millionen jungen Deutschen und Franzosen die Teilnahme an rund 300.000 Austauschprogrammen ermöglicht.


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